Dickschnabelpinguin

Während Sie auf der Jagd nach Beweisen für die Existenz der wilden Elche sind oder nach einem Moa suchen, halten Sie Ihre Augen offen nach Fiordlands süßesten Bewohnern; den Tawakis.

Der Tawaki, oder Dickschnabelpinguin ist in den Regenwäldern von Fiordland beheimatet und die zweitseltenste Pinguinrasse der Welt. Die Tiere sind bekannt für ihre leuchtend gelben Kämme, die wie buschige Augenbrauen hervorstehen, und ihre markanten orangefarbenen Schnäbel. Ihre Brutkolonien liegen oft an steilen Hängen, die dicht mit Kletterpflanzen und Farnen bewachsen sind aber auch an felsigeren Küstenabschnitten, wo sie in Höhlen und unter Felsüberhängen brüten.

Die Temperaturen in Fiordland machen die Region zu einem perfekten Lebensraum für diese Pinguinart. Durch die Einführung von Fressfeinden wie Hunden, Katzen und  Hermelinen sind die Bestände jedoch drastisch gesunken und der kleine Pinguin ist vom Aussterben bedroht.

Die Legende besagt

In der Mythologie der Maori benannten die Eingeborenen von Fiordland die Schopfpinguine nach dem Gott Tawaki. Man ging davon aus, dass Tawaki als sterbliches Wesen unter den Menschen lebte. Erst als er seine gewöhnlichen Kleider ablegte und sich mit Blitzen schmückte erkannten die Leute, dass Tawaki ein Gott war.

Die leuchtenden Kämme der Fiordland-Pinguine verkörperten die Blitze des Gottes und so wurden sie Tawaki genannt.

Aussehen und Verbreitungsgebiet der Tawakis

  1. Erwachsene Tawakis haben einen blauschwarz gefärbten Oberkörper. Unmittelbar vor der Mauser wirkt das Gefieder allerdings etwas blasser und bräunlicher. Die Körperunterseite schimmert seidig weiß.
  2. Der markante Streifen aus gelben Federn, der ein wenig an Augenbrauen erinnert, zieht sich vom Schnabel bis zum Scheitel. Die Augen der Tawakis sind braun-rot und die Beine und Füße rosa-weiß.
  3. Weibliche Fiordland-Pinguine haben kleinere orangefarbene Schnäbel von maximal 24 mm Länge, bei den Männchen sind die Schnäbel breiter und länger. Bei beiden ist seitlich auf dem Schnabel ein schwarzer Streifen zu erkennen.
  4. Der Fiordland Nationalpark ist eine riesige Küstenlinie im Südwesten Neuseelands und Heimat und Brutgebiet der Tawakis.
  5. Die Fiordland-Pinguine ernähren sich von Fischen, Tintenfischen und anderen Weichtieren, sowie Krabben, Krebse, Garnelen und anderen Krustentieren.

Brutverhalten und Bestand

Die Brutzeit der Tawakis geht von Juli bis August. Das Gelege besteht aus 2 Eiern, die im Abstand von 3-6 Tagen gelegt werden. Das erste Ei ist in der Regel kleiner als das zweite Ei. Nachdem das zweite Ei gelegt wurde beginnt die erste Phase der Bebrütung, die 5-10 Tage dauert. Während dieser Phase sind beide Elterntiere vor Ort. Das Weibchen bebrütet das Ei und das Männchen sorgt für die Sicherheit und füttert das Weibchen. Nach der ersten Phase geht das Weibchen für 10-14 Tagen auf Nahrungssuche und das Männchen übernimmt das Brüten. Anschließend geht das Männchen auf Nahrungssuche. Wenn das Küken nach durchschnittlich 33 Tagen geschlüpft ist wird es vom Männchen für zwei bis drei Wochen bewacht und gehudert und vom Weibchen mit Nahrung versorgt. Danach bilden die Küken lose Jungvogelgruppen (sog. „Kindergärten“). In dieser Zeit wird der Nachwuchs von beiden Elternvögeln gefüttert. Nach ca. 75 Tagen sind die Jungvögel dann flügge.

Historische Bestandsaufnahmen von Tawakis zeigen einen erheblichen Rückgang der Populationen sowohl was die Verbreitung betrifft, als auch beim Brutbestand.

Verhalten und Ökologie

Nach der Brutzeit verlassen die Elternvögel das Brutgebiet, um sich für etwa 60-80 Tage zu mästen und sich so auf die jährliche Mauser vorzubereiten. Sie kehren irgendwann Anfang Januar bis Ende Februar in ihre jeweiligen Kolonien zurück. Tiere ohne Nachwuchs und Jungtiere verlieren ihr Gefieder in der Regel früher. Die Mauser dauert etwa drei Wochen, danach wachsen neue Federn. Während der Mauser verlieren die Tiere die Hälfte ihres Körpergewichts.

Bedrohungen und Fressfeinde

Früher wurden die Tawakis von den Menschen als Nahrung gejagt. Heute sind es primär Raubtiere wie Hunde und Katzen, die die Bestände der Pinguine bedrohen.

Die Industrialisierung der Fischerei ist ein großes Problem für den Fortbestand der Tawakis. Dadurch sind die Nahrungsbestände der Tawakis in Küstennähe stark zurückgegangen und die Tiere müssen oft weit hinausschwimmen, um Futter zu beschaffen.

Außerdem hat sich durch die zunehmende Meeresverschmutzung und die Veränderung der Meerestemperatur auch die Lebensproduktivität der Fiordland-Pinguine stark verändert.

Sensibilisierung

Tawakis sind niedlich und freundlich, daher kann es ziemlich verlockend sein sich diesen putzigen Vögeln zu nähern. Sie sind jedoch extrem anfällig für durch den Menschen verursachte Störungen, insbesondere beim Nisten. Gerade deshalb sollten die nistenden Vögel auf keinen Fall gestört werden. Achten Sie besonders darauf, wenn Sie Ihren Hund spazieren führen.

Wenn Sie helfen möchten unsere Pinguine vor dem Aussterben zu schützen haben Sie die Möglichkeit an verschiedene Schutzgruppen zu spenden, wie z.B. den Yellow-eyed Penguin Trust und Forest & Bird.