Die lachende Eule von Fiordland

In den abgelegenen Waldgebieten von Fiordland konnte man in vergangenen Zeiten schon mal glauben, man sei verrückt geworden, wenn plötzlich das wahnsinnige Lachen eines rätselhaften Vogels zu hören war. Aber die Berichte über das lachende Eulenwesen von Fiordland nahmen auch über die Jahre nicht ab.

Inmitten des feuchten, dunklen & nieselnden Nachthimmels ließ sich plötzlich der seltsame Schrei dieses merkwürdigen Vogels vernehmen. Man nimmt an, dass die Tiere in höheren Lagen in den Höhlen und Spalten der Kalksteinfelsen lebten und sich von Eiern und Vögeln ernährten.

Der erste Bericht über den Lachkauz stammt aus dem Jahr 1845 und obwohl die Vögel damals relativ zahlreich verbreitet waren, konnten aufgrund ihres abgelegenen Verbreitungsgebietes nur wenige Exemplare gesammelt werden.

Seltsamerweise verschwand das verrückte menschliche Lachen auf mysteriöse Weise innerhalb von vierzig Jahren nach der Entdeckung des Vogels.

Im Juli 1914 wurde der Fiordland-Lachkauz dann offiziell für ausgestorben erklärt. Der letzte registrierte Vogel wurde tot in Blue Cliffs, in Canterbury, Neuseeland, gefunden. Dennoch gibt es auch heute noch immer wieder Berichte über Sichtungen des Lachkauzes von Fiordland.

9 Fakten über den Lachkauz von Fiordland

Ob es die lachende Eule noch gibt oder nicht bleibt wohl ein Rätsel, aber ein paar Sachen wissen wir schon über diesen seltsamen Vogel.

  1. Der Lachkauz erreichte eine Körperlänge von 35 bis 40 cm und eine Flügelspannweite von 26,4 cm und galt somit als mittelgroße Eulenart.
  2. Sein klarer Ruf wurde beschrieben als „eine Reihe von düsteren, sich wiederholenden Schreien, die sich zu einem einzigen lauten Schrei formten“.
  3. Die Brutzeit war von September bis Oktober. Diese Monate waren günstig für den Bau von Nestern aus getrocknetem Gras auf dem Boden, in Felsvorsprüngen oder unter Felsblöcken.
  4. Die Männchen waren in der Regel kleiner als die Weibchen.
  5. Das Gefieder der Tiere war rotbraun und an der Ober- und Unterseite dunkelbraun gestreift. Der Gesichtsschleier war weiß.
  6. Die Rufe wurden hauptsächlich in dunklen, regnerischen Nächten oder vor einem Regenfall vernommen.
  7. Die Tiere ernährten sich von Eidechsen, Insekten und kleinen Vögeln. Sie hatten lange, stabile Beine, um Beute zu Fuß zu jagen und gehörten somit zu den Bodenfressern.
  8. Im Jahr 1845 gab es gab es noch zahlreiche Exemplare und nur 40 Jahre später war der mysteriöse Vogel von der Erdoberfläche verschwunden.
  9. Der einzige physische Beweis für die Existenz der Eulen sind 57 Exemplare und 17 Eier in öffentlichen Sammlungen

Zeitachse der Sichtungen und Standorte

Ähnlich wie bei den Elchen und Moas, gab es im Laufe der Jahre immer wieder Berichte über Sichtungen und Personen die behaupten, die Schreie der Kauze vernommen zu haben. Hier ist eine Liste:

1925 – Unbestätigte Sichtungen von Lachkauzen auf der Nordinsel.

1927 – Soll der seltsame und wahnsinnig anmutende Schrei am Wairaumoana-Zweig des Waikaremoana-Sees gehört worden sein.

1940er Jahre – Ein Lachkauz wurde angeblich in Pakahi bei Opotiki entdeckt (The Wandering Naturalist, Brian Parkinson)

1950 – Es gab eine Manapouri-Sichtung.

1956 – Auf der Südinsel wurde im Februar 1956 am Saddle Hill in Fiordland „ein höchst seltsamer, nahezu wahnsinnig anmutender Schrei“ eines unbekannten Vogels vernommen (Halle-Jones, 1960).

1960 – In der Region Canterbury wurden Fragmente gefunden, die wie die Schalen eines Eis aussahen, was die Hoffnung aufkommen ließ, dass die Art vielleicht doch noch in freier Wildbahn leben könnte.

1985 – Reisende schliefen in einem Wald, weit weg von jeglicher Zivilisation, in dem kleinen Dorf Cave, Neuseeland, als sie in ihrem Zelt durch den Klang eines Verrückten geweckt wurden, der zu lachen schien. Berichten zufolge haben sie niemanden gesehen und es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass sich noch eine andere menschliche Person in dem Camp aufgehalten hat. Die Reisenden hatten vorher nie von den Sagen um den Lachkauz gehört und ihre Geschichte drang erst viele Jahre später in die Öffentlichkeit.

Es wurden verschiedene Expeditionen unternommen, um den Lachkauz zu finden, aber diese blieben immer ergebnislos. Manchmal sind Rufe zu hören und gelegentlich wurden Kotreste und Eifragmente gefunden. Also, wer weiß? Wenn Sie genau hinhören, dann gehören Sie vielleicht zu den wenigen Glücklichen, die ein Anzeichen für die Existenz des Lachkauzes erleben dürfen.

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